Medical Device Regulation MDR – Medizinprodukteverordnung

Wer Medizinprodukte herstellt, importiert oder vertreibt, kommt am Begriff Medical Device Regulation nicht vorbei. Die neue Richtlinie trägt den Namen MDR 2017/745, oder eben kurz MDR. Die neue europäische Medizinprodukteverordnung ist am 25. Mai 2017 in Kraft getreten und ersetzt damit zwei Richtlinien:

  • Richtlinie 93/42/EWG über Medizinprodukte (Medical Device Directive, MDD)
  • Richtlinie 90/385/EWG über aktive implantierbare Medizinprodukte (Active Implantable Medical Devices, AIMD)

Während der Übergangsfrist bis zum 25. Mai 2020 ist die Zertifizierung noch nach altem und neuem Recht gültig. Doch spätestens danach müssen Hersteller von Medizinprodukten beim Inverkehrbringen ein EG-Zertifikat nach der neuen MDR vorlegen können. Umso wichtiger ist es, sich mit der Medical Device Regulation auseinanderzusetzen.

Die Richtlinie 98/79/EG über in-vitro Diagnostika (IVD) wird durch eine eigene neue EU-Verordnung, die In-Vitro Diagnostic Medical Devices Regulation (IVDR), ersetzt.

Wesentliche Änderungen durch die Medical Device Regulation

Neben den Benannten Stellen sind insbesondere Hersteller, bevollmächtigte Vertreter, Importeure und Händler von Medizinprodukten gefordert, sich den neuen regulatorischen Anforderungen der MDR anzupassen.

  • Höhere Anforderungen an das Qualitätsmanagement-System und die Technische Dokumentation, deren kontinuierliche Aktualisierung eine der neuen Anforderungen ist
  • Wesentlich höhere Anforderungen bei der Erstellung von klinischen Daten in der klinischen Bewertung
  • Einführung eines Konsultationsverfahrens (Scrutiny-Verfahren) im Zusammenhang mit der klinischen Bewertung für aktive Produkte Klasse IIb, die dem Körper Arzneimittel zuführen oder ableiten, und Implantate Klasse III
  • Änderungen bei den Konformitätsbewertungsverfahren
  • Höherklassifizierung u. a. von Software, stofflichen Medizinprodukten und wiederverwendbaren chirurgisch-invasiven Instrumenten
  • Neue Kennzeichnungspflichten nebst Symbolen
  • Zeitlich gestaffelte Einführung einer UDI-Kennzeichnung für jedes Produkt
  • Gestiegene Anforderungen an die Wiederaufbereitung von Einmalprodukten
  • Neuregelung der Marktüberwachung mit kürzeren Meldefristen
  • Verpflichtung der Hersteller, Daten über sich und Produkte in EUDAMED zu speichern
  • Hersteller müssen eine sachkundige Person (Qualified Person) benennen, die vor allem für das Marktüberwachungs- und Meldesystem, aber auch für die Prüfung der Konformität und die Aktualität der Technischen Dokumentation, verantwortlich ist.

Unser Beratungsangebot zur MDR

Wir unterstützen Sie dabei, die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen für die Entwicklung, Fertigung, das Inverkehrbringen und die Überwachung von Sicherheit und Leistung der in Verkehr gebrachten Produkte, zu verstehen und umzusetzen.

Persönlich und kompetent begleiten wir Sie in den folgenden Aufgabengebieten:

  • Beratung zur Organisation und Etablierung eines Qualitätsmanagementsystems nach ISO 13485:2016
  • Unterstützung bei der Erstellung und/oder Aktualisierung der Technischen Dokumentation auf Grundlage der neuen Anforderungen nach der MDR
  • Beratung zur Organisation und Etablierung von Verfahren und Prozessen zur klinischen Bewertung und klinischen Prüfungen
  • Beratung zur Organisation und Etablierung von Verfahren und Prozessen zur Überwachung nach dem Inverkehrbringen und Etablierung eines Vigilanz- und Marktüberwachungssystems
  • Beratung im Zusammenhang unklarer oder strittiger Klassifizierungen, z. B. für IT- und Software-Medizinprodukte

Ihr Umstieg auf die MDR. Die Zeit läuft.

Sie fühlen sich kurz vor Ende der Übergangsfrist mit erheblichen Unsicherheiten konfrontiert? Wir beantworten Ihre zentralen Fragen zur Medical Device Regulation und erläutern Ihnen den Handlungsbedarf.

Für Hersteller einiger Produkttypen hat die Medical Device Regulation die Hürden besonders verschärft. Dazu zählen u. a. Produkte, die Nanopartikel oder Arzneimittel enthalten, Implantate und Produkte, die zur Klasse der wiederverwendbaren chirurgischen Instrumente zählen. Auch Hersteller medizinischer Software trifft der Umstieg besonders hart. Eine Änderung der Klassifizierung zieht Änderungen im Konformitätsbewertungsverfahren nach sich. Damit müssen Hersteller besondere Herausforderungen bewältigen, die das Inverkehrbringen des Produktes verzögern können.

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